Kommunikation als Querschnittsaufgabe

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Parkverbot im Kopf.

Als etwas älteres Semester habe ich noch gute Erinnerungen an die Glanzzeiten von Opel in den sechziger Jahren. Da fuhren Kadett, wo heute der Golf fährt, und mit Kapitän, Admiral und Diplomat gab es deutsche Oberklasseautos mit Ami-Straßenkreuzer-Anmutung.

Der Niedergang der Marke in den Achtziger und Neunzigern war frappierend. Umso beeindruckender ist nun, wie mit „Umparken im Kopf“ die Marke neu platziert wird. Zumindest im Kreis meiner (durchweg jüngeren) Kolleginnen und Kollegen hat sich das Bild von Opel mit dieser vielstimmigen Kampagne bereits verändert, der Staub beginnt zu verfliegen

Popelig?

Deutsche Krankenhäuser sind häufig noch wie die Opel der Neunziger. Man will es nicht, es wirkt altbacken und vermutlich riecht es auch noch schlecht. Umparken im Kopf?

Die leider bei vielen Entscheidern im Krankenhaus immer noch fehlende Einsicht, dass es Veränderungsprozesse, Neupositionierungen oder auch nur schlichtes Wachstum ohne aktive, strategische und kreative Kommunikationsarbeit nicht geben kann, könnte sich sehr bald vielerorts als fatal erweisen.

Was sind heute – neben ewig klammen Kassen – die dringenden Fragen in Krankenhäusern?

Ohne Kommunikation weder „Qualität“ …

Der „Schlüssel zu mehr Qualität“ ist Patientenorientierung, wie es der Bundesverband Managed Care kürzlich ausgerufen hat. Und der Schlüssel zum Patienten ist: Kommunikation. Und zwar empathische und nutzenorientierte Kommunikation.

Kennt zum Beispiel jemand Konzepte, wie Hygienerisiken im Krankenhaus intelligent, nicht abschreckend und vielleicht sogar kundenorientiert vermittelt werden? Sachdienliche Hinwiese nehmen wir gerne entgegen. Die „Aktion saubere Hände“ zumindest ist, um unseren Freund Professor Heinz Lohmann zu zitieren, wie eine „Aktion nüchterne Piloten“. Bruchlanden im Kopf.

… noch „Personal“

Wie sollen starke Arbeitgebermarken ohne intelligente Kommunikation entstehen können? Chaotische Intranets zwischen Dokumentenverwaltung und Speiseplänen springen da ähnlich kurz wie monotone anlassorientierte Berichterstattung zu Jubiläen, Richtfesten und dem siebendundzwanzigsten Zertifikat-Aufkleber.

Beim Hannoveraner „Personalkongress Kliniken“ wurde in diesem Jahr in vielen Panels eine signifikante Korrelation zwischen der Unzufriedenheit von Mitarbeitern und der von Patienten deutlich. Der Sana-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Philippi hat im aktuellen Geschäftsbericht des Konzerns die Herausforderungen auf den Punkt gebracht: „Wir müssen Antworten darauf finden, wie mit Personal der Generation Y und Z, die andere Anforderungen an die Work-Life-Balance haben, anspruchsvollere Patientenerwartungen befriedigt werden können.“

Klar, Kommunikationsarbeit ist hier nicht der einzige Hebel – aber dass ohne strategische Kommunikation solch große Räder nicht gedreht werden können, liegt auf der Hand.

Hört die Signale

Insofern sollten in deutschen Kliniken, wenn schon nicht die Alarmglocken, dann doch die Wecker klingeln: Professionelle, strategisch ausgerichtete Kommunikation ist eine Querschnittsaufgabe über sämtliche Managementbereiche hinweg, eine Conditio sine qua non für Wachstum und Veränderung.

Lasst uns bei Kn dafür die Grundlagen, Perspektiven, Modelle und auch Visionen erörtern.

Mit Kommentaren zu diesem Beitrag beginnt die Diskussion vorab – auf geht’s: Durchstarten im Kopf!

Holger Steudemann


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